
Smiling senior woman holding a cane and looking at her caregiver
Stürze sind eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit der Senioren. In der Schweiz verlieren jedes Jahr 1600 ältere Erwachsene ihr Leben durch einen Sturz und weitere 7100 Senioren erleiden schwere Verletzungen. Die gute Nachricht ist, dass viele Stürze durch einfache Anpassungen im Haushalt verhindert werden können. (1)
Die Statistiken sind eindeutig. Etwa ein Drittel der Menschen über 65 Jahre stürzt jedes Jahr. Bei Frauen über 75 Jahre steigt der Anteil sogar auf 81 %. (2)
Die meisten Stürze ereignen sich auf ebenem Boden oder auf Treppen und Stufen, insbesondere bei alltäglichen Aktivitäten wie Haus- und Gartenarbeit, auf Gehwegen und Trottoirs oder in Räumen wie dem Wohn- und Schlafzimmer.
Ernsthaftigkeit der Folgen
Nicht alle Stürze sind gleich. Wenn ältere Menschen stürzen, kommt es in etwa 20 % der Fälle zu leichten oder schweren Verletzungen. Etwa 30-50 % der Stürze bei Senioren führen zu leichten Verletzungen, einschliesslich Prellungen, Schürfwunden und Rissen, aber etwa 10 % aller Stürze bei Senioren verursachen schwere Verletzungen.
Hüftfrakturen stellen das grösste Risiko dar. 1 % aller Stürze in dieser Bevölkerungsgruppe führen zu Hüftfrakturen, die ein erhebliches Risiko für Morbidität und Mortalität sind.
Hauptrisikofaktoren
Mit dem Alter verändert sich der Körper. Kraft, Beweglichkeit und Gleichgewichtssinn nehmen ab. Diese natürlichen Veränderungen erschweren es, bei täglichen Aktivitäten das Gleichgewicht zu halten.
Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass bestimmte Medikamente das Sturzrisiko erhöhen können, indem sie beispielsweise die Konzentration, das Sehvermögen und das Gleichgewicht beeinträchtigen. Zu den riskantesten Medikamenten gehören einige Antidepressiva, Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie einige Herz-Kreislauf-Medikamente und rezeptfreie Medikamente wie Antiallergika.
Die Wechselwirkung zwischen Medikamenten und Alkohol ist besonders gefährlich. Mit dem Alter nimmt der Wassergehalt im Körper ab, was die Alkoholkonzentration im Blut erhöht und zu einer stärkeren Wirkung führt.
Die Wahrscheinlichkeit eines Sturzes bei Senioren ist bei ungünstigen häuslichen Bedingungen höher, wie z. B.: nasse oder frisch polierte Böden, schlechte Beleuchtung, nicht ordnungsgemäss befestigte Teppiche, Treppen.
| Kategorie | Risikofaktoren | Veränderbarkeit |
|---|---|---|
| Persönlich | Alter >75 Jahre, weibliches Geschlecht, Sturzanamnese | Nicht veränderbar |
| Medizinisch | Gleichgewichtsstörungen, Muskelschwäche, Polypharmazie | Mit Unterstützung veränderbar |
| Umgebungsbedingt | Schlechte Beleuchtung, rutschige Oberflächen, Hindernisse | Vollständig veränderbar |
| Raum | Wesentliche Anpassungen | Geschätzte Kosten | Schwierigkeit |
|---|---|---|---|
| Badezimmer | Haltegriffe, rutschfeste Matten, Duschstuhl | CHF 200-400 | Niedrig |
| Treppen | Handläufe, rutschfeste Streifen, Beleuchtung | CHF 150-300 | Mittel |
| Schlafzimmer | Nachtlichter, Bett auf der richtigen Höhe | CHF 50-150 | Niedrig |
| Küche | Neuorganisation, rutschfeste Teppiche | CHF 100-200 | Niedrig |
| Wohnzimmer | Beseitigung von Hindernissen, stabile Möbel | CHF 0-100 | Niedrig |
Training für Gleichgewicht und Muskelkraft
Ein ideales Trainingsprogramm umfasst Kraft-, Gleichgewichts- und Stabilisationsübungen sowie ein moderates bis intensives Ausdauertraining. Regelmässige körperliche Betätigung reduziert das Sturzrisiko erheblich.
Einfache Übungen wie das Stehen auf einem Bein, der Fersengang oder Tai-Chi können das Gleichgewicht und die Koordination verbessern. Die Aufrechterhaltung der Muskelkraft, insbesondere in den Beinen, ist entscheidend zur Sturzprävention.
Ernährung und Flüssigkeitszufuhr zur Prävention
Mit zunehmendem Alter benötigt der Körper mehr Proteine. Ab 65 Jahren sollten Sie täglich etwa 1 Gramm Eiweiss pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Eine proteinreiche Ernährung hilft, die Muskelmasse zu erhalten und das Risiko von Schwäche und Instabilität zu verringern.
Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) empfiehlt gesunden Menschen, täglich 30 bis 35 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht zu konsumieren. Dehydrierung kann Schwindel verursachen und das Sturzrisiko erhöhen. (2)
Wöchentliches Präventionsprogramm
Medizinische und professionelle Beurteilung
Wenn Stürze häufiger werden, ist es wichtig, einen Arzt zu konsultieren. Wenn Sie oft stürzen, kann es hilfreich sein, sich an Ihren Hausarzt zu wenden. Manchmal ist es notwendig, ein Medikament abzusetzen oder zu wechseln.
Ein Ergotherapeut kann die Wohnung beurteilen und spezifische Anpassungen vorschlagen. Diese Fachleute haben die Erfahrung, Risiken zu erkennen, die einem ungeschulten Auge entgehen könnten.
Einbeziehung der Familie und Unterstützung
Als Angehörige sollten Sie die Situation mit Ihrem lieben älteren Familienmitglied besprechen und gemeinsam vorbeugende Massnahmen ergreifen.
Die Einbeziehung der Familie ist entscheidend, um eine sichere und nachhaltige Umgebung zu schaffen.
Unsere häuslichen Pflegedienste unterstützen sowohl den Senior als auch die Familie auf diesem Weg.
Offen über Sturzängste zu sprechen, sollte kein Tabu sein. Eine offene Kommunikation hilft, Probleme zu erkennen, bevor sie gefährlich werden.
Kosten-Nutzen-Analyse der Massnahmen
Investitionen in die Prävention sind immer kostengünstiger als die Kosten für Krankenhausaufenthalte und Rehabilitation nach einem schweren Sturz. Eine Hüftfraktur kann wochenlange Krankenhausaufenthalte und monatelange Rehabilitation nach sich ziehen.
Beginnen Sie mit den kostengünstigsten und wirksamsten Anpassungen: Beseitigung von Hindernissen, Verbesserung der Beleuchtung und Installation von rutschfesten Vorrichtungen. Diese Massnahmen haben das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Das Ziel der Sturzprävention ist nicht, die Freiheit einzuschränken, sondern sie so lange wie möglich zu erhalten. Für ältere Menschen ist es wünschenswert, trotz des erhöhten Sturzrisikos so lange wie möglich unabhängig zu Hause leben zu können.
Mit den richtigen Anpassungen im Haushalt und Vorsichtsmassnahmen kann das Sturzrisiko erheblich gesenkt und gleichzeitig die Autonomie und Lebensqualität erhalten werden. Jede kleine Veränderung trägt zur Schaffung eines sichereren häuslichen Umfelds bei.
Die Sturzprävention erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der Anpassungen der Umgebung, körperliche Betätigung, angemessene Ernährung und regelmässige ärztliche Kontrolle kombiniert. In die Sicherheit zu Hause zu investieren bedeutet, in die eigene zukünftige Unabhängigkeit zu investieren.
Für eine persönliche Beratung zur häuslichen Sicherheit und zu Sturzpräventionsprogrammen können Ihnen die Fachleute von Beecare.ch helfen, Ihr Zuhause zu bewerten und die für Ihre Situation am besten geeigneten Änderungen umzusetzen.
Quellen: