{"id":253791,"date":"2026-05-28T12:03:07","date_gmt":"2026-05-28T10:03:07","guid":{"rendered":"https:\/\/beecare.ch\/?p=253791"},"modified":"2026-05-28T12:03:07","modified_gmt":"2026-05-28T10:03:07","slug":"einsamkeit-im-alter-bekampfen-die-bedeutung-der-sozialen-und-therapeutischen-begleitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/beecare.ch\/de\/news\/einsamkeit-im-alter-bekampfen-die-bedeutung-der-sozialen-und-therapeutischen-begleitung\/","title":{"rendered":"Einsamkeit im Alter bek\u00e4mpfen: Die Bedeutung der sozialen und therapeutischen Begleitung"},"content":{"rendered":"<section>Ihre Mutter sagt, es gehe ihr gut. Am Telefon klingt sie klar, sie antwortet auf Fragen, scheint pr\u00e4sent zu sein. Aber etwas stimmt nicht. Der Tonfall ist flach, die Pausen sind lang, und wenn Sie fragen, was sie heute gemacht hat, antwortet sie immer mit &#171;nichts Besonderes&#187;. Das ist <strong>die Einsamkeit, die spricht<\/strong>, jene die nicht laut ist, aber einen innerlich verzehrt.<\/section>\n<section>Einsamkeit bei Senioren ist nicht nur eine Frage des physischen Alleinseins. Man kann in einem Haus voller Menschen leben und sich dennoch isoliert f\u00fchlen. Man kann Kinder haben, die jeden Tag anrufen, und trotzdem eine Leere sp\u00fcren. <strong>Einsamkeit ist die Distanz zwischen den Beziehungen, die man sich w\u00fcnschst, und jenen, die man tats\u00e4chlich hat.<\/strong><\/section>\n<section>Es ist das Gef\u00fchl, in der eigenen Welt unsichtbar zu sein. In der Schweiz erleben rund <strong>26,6% der Personen \u00fcber 55 Jahre<\/strong> Einsamkeit. Diese Zahl steigt mit zunehmendem Alter dramatisch an: <strong>37% der \u00fcber 85-J\u00e4hrigen leiden unter Einsamkeit<\/strong>, es sind etwa 90.000 Personen. Die Gr\u00fcnde h\u00e4ufen sich: der Partner stirbt, Freunde werden krank oder versterben, die Kinder wohnen berufsbedingt weit weg, der K\u00f6rper wird unbeweglicher, der Weg vor die T\u00fcr f\u00e4llt schwerer.<\/section>\n<section>Jedes wegfallende St\u00fcck hinterl\u00e4sst eine noch gr\u00f6ssere L\u00fccke.<\/section>\n<section>\n<h2>Die gesundheitlichen Folgen und wie man sie erkennt<\/h2>\n<p>Es ist nicht nur eine emotionale Angelegenheit. <strong>Einsamkeit hat konkrete Auswirkungen auf die Gesundheit.<\/strong> \u00c4ltere Menschen, die isoliert leben, haben eine k\u00fcrzere Lebenserwartung. Ihr Immunsystem schw\u00e4cht sich ab, das Herz leidet, das Gehirn arbeitet langsamer. Einsamkeit erh\u00f6ht das Risiko von Schlaganf\u00e4llen, Demenz, Bluthochdruck und schwerer Depression.<\/p>\n<p><strong>Depression im Alter<\/strong> bleibt oft unbemerkt. Sie wird mit der &#171;normalen&#187; Traurigkeit im Alter, mit k\u00f6rperlichen Schmerzen oder mit M\u00fcdigkeit verwechselt. Aber es ist nicht normal, das Interesse an allem zu verlieren, zu viel oder zu wenig zu schlafen, die K\u00f6rperpflege zu vernachl\u00e4ssigen oder nicht mehr ausgehen zu wollen. Dies sind <strong>ernst zu nehmende Warnsignale.<\/strong> Ein depressiver Senior weint nicht immer oder bittet selten um Hilfe.<\/p>\n<p>H\u00e4ufiger zieht er sich zur\u00fcck, wird still, h\u00f6rt auf sich zu beklagen. Und dieses Schweigen kann der lauteste Schrei sein.<\/p>\n<p>Der <strong><a href=\"https:\/\/beecare.ch\/de\/spitex\/\">Spitex-Dienst<\/a><\/strong> in der Schweiz bietet haupts\u00e4chlich medizinische und pflegerische Betreuung zu Hause an, aber einige Anbieter haben ihr Angebot erweitert, um auch psychologische Unterst\u00fctzung und spezialisierte Hilfe einzuschliessen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Senioren, die unter psychischem Unbehagen, \u00c4ngsten oder einsamkeitsbeningten Depressionen leiden, gibt es heute <strong><a href=\"https:\/\/beecare.ch\/de\/psychische-gesundheit\/\">psychologische Unterst\u00fctzung zu Hause<\/a><\/strong>, die das seelische Wohlbefinden f\u00f6rdern und das Stigma psychischer Probleme reduziert.<\/p>\n<p>Diese Massnahmen erm\u00f6glichen es, <strong>gezielte Pflege im eigenen Zuhause zu erhalten<\/strong>, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden, und die Person in ihrer famili\u00e4ren Umgebung zu halten. Die betreuende Fachperson, die zu Ihnen nach Hause kommt, ist nicht nur jemand, der den Blutdruck misst oder Medikamente vorbereitet. Sie kann zu einer Bezugsperson werden, jemand, der Sie sieht, der bemerkt, ob Sie trauriger sind als sonst, ob Sie gegessen haben, ob die Wohnung unordentlicher wird. Sie ist jemand, der die Stille der immer gleichen Tage durchbricht.<\/p>\n<p>Die <strong><a href=\"https:\/\/beecare.ch\/de\/hausliche-pflege\/\">soziale Begleitung<\/a><\/strong> beginnt mit einfachen Gesten: gemeinsam auf den Markt gehen, einen Spaziergang machen, einen Kaffee trinken, zu Arztterminen begleiten. Dinge, die banal erscheinen, kann aber f\u00fcr jemanden, der alleine lebt, zu <strong>wertvollen Momenten<\/strong> werden. Das Haus mit jemandem an der Seite zu verlassen, ver\u00e4ndert alles. Man f\u00fchlt sich sicherer, weniger zerbrechlich, weniger unsichtbar.<\/p>\n<p>Die Betreuer sind geschult, um <strong>die Anzeichen von Einsamkeit und Isolation zu erkennen.<\/strong> Sie wissen, wann ein Senior mehr Gesellschaft braucht, wann die Familie einbezogen werden muss oder wann eine spezialisierte psychologische Intervention erforderlich ist. Sie beschr\u00e4nken sich nicht nur auf technische Aufgaben. Sie bauen Beziehungen auf, bieten <strong>emotionale Unterst\u00fctzung<\/strong> und vermitteln Strategien zur Bew\u00e4ltigung schwieriger Momente.<\/p>\n<p>Regelm\u00e4ssige Gesellschaft hat messbare Auswirkungen: weniger depressive Symptome, besserer Schlaf, gesteigerter Appetit, bessere kognitive F\u00e4higkeiten. Das Gehirn braucht soziale Impulse, um aktiv zu bleiben. Sprechen, erz\u00e4hlen, zuh\u00f6ren, lachen, sogar diskutieren, sind alles Aktivit\u00e4ten, die <strong> das Gehirn in Bewegung halten.<\/strong><\/p>\n<p>Organisationen wie <strong>Pro Senectute<\/strong> bieten in der Schweiz spezifische Dienstleistungen gegen Einsamkeit an: Gruppenaktivit\u00e4ten, Hausbesuche durch Freiwillige, Kurse und Veranstaltungen. Diese Aktivit\u00e4ten erm\u00f6glichen es, andere Menschen kennenzulernen, neue Freundschaften zu schliessen und sich als Teil einer Gemeinschaft zu f\u00fchlen. Und Gemeinschaft ist das beste Gegenmittel gegen Einsamkeit.<\/p>\n<p>Familien f\u00fchlen sich oft schuldig. Sie m\u00f6chten Ihren Vater jeden Tag sehen, aber da sind die Arbeit, die Kinder, der Haushalt. Man schaffst es nicht. Und jedes Mal, wenn Sie ihn anrufen, sp\u00fcren Sie dieses Gewicht auf deiner Brust, weil Sie wissen, dass er auf Ihren Besuch wartet. Die Begleitdienste entlasten auch dies. Sie wissen, dass Ihr Vater nicht ganz allein ist, dass regelm\u00e4ssig jemand vorbeischaut und dass ein professionelles Unterst\u00fctzungsnetz \u00fcber sein k\u00f6rperliches und geistiges Wohlbefinden wacht.<\/p>\n<\/section>\n<section>\n<h2>Was Sie tun k\u00f6nnen, um einem Familienmitglied zu helfen<\/h2>\n<p>Nicht jede Einsamkeit ist gleich. Es gibt die introvertierten Menschen, die Freude an langen Momenten der Stille finden. Aber es gibt auch diejenigen, die gerne ausgehen, reden, Leute sehen w\u00fcrden, es aber nicht k\u00f6nnen. <strong>Es ist diese erzwungene Einsamkeit, die schmerzt<\/strong>, jene die man nicht w\u00e4hlt, sondern unter der man aufgrund der Umst\u00e4nde leidet. Die soziale Begleitung dient genau dazu: den Menschen M\u00f6glichkeiten zu geben, die sie sich alleine nicht mehr schaffen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Betreuer lernen die Lebensgeschichten der Menschen kennen, die sie unterst\u00fctzen. Sie wissen, dass Luigi 40 Jahre lang in einer Bank gearbeitet hat und leidenschaftlich gerne \u00fcber Wirtschaft spricht.<\/p>\n<p>Sie wissen, dass Maria Rosen gez\u00fcchtet hat und immer noch gerne Gartenfotos anschaut. Diese Details zu kennen, erm\u00f6glicht es, <strong>bedeutungsvolle Gespr\u00e4che zu f\u00fchren<\/strong>, nicht nur oberfl\u00e4chliche Unterhaltungen. Und bedeutungsvolle Gespr\u00e4che n\u00e4hren die Seele.<\/p>\n<p>Einsamkeit im Alter ist ein <strong>\u00f6ffentliches Gesundheitsproblem<\/strong>, dem die Schweiz mit zunehmender Aufmerksamkeit begegnet. Die Kantone investieren in Pr\u00e4ventionsprogramme, f\u00f6rdern Begegnungszentren und finanzieren h\u00e4usliche Pflegedienste. Doch die wirkliche Ver\u00e4nderung geschieht in den H\u00e4usern, auf den Strassen und in den kleinen allt\u00e4glichen Gesten.<\/p>\n<p>Wenn Ihr Vater, Ihre Mutter oder ein Verwandter alleine lebt und Sie vermuten, dass die Einsamkeit ihre geistige Gesundheit belastet, <strong>sprechen Sie mit dem Hausarzt.<\/strong> Informieren Sie sich \u00fcber verf\u00fcgbare Dienste: <strong><a href=\"https:\/\/beecare.ch\/de\/spitex\/\">Spitex-Dienst<\/a><\/strong>, <strong><a href=\"https:\/\/beecare.ch\/de\/psychische-gesundheit\/\">psychologische Unterst\u00fctzung zu Hause<\/a><\/strong>, <strong><a href=\"https:\/\/beecare.ch\/de\/hausliche-pflege\/\">h\u00e4usliche Betreuung<\/a><\/strong>, Pro Senectute, Freiwilligenorganisationen.<\/p>\n<p>Erw\u00e4gen Sie die M\u00f6glichkeit einer regelm\u00e4ssigen sozialen Begleitung. <strong>Warten Sie nicht, bis die Situation kritisch wird.<\/strong> Pr\u00e4vention funktioniert auch in diesem Bereich besser als Heilung. Das Alter muss nicht zwangsl\u00e4ufig eine Zeit der Isolation und Traurigkeit sein. Es kann eine Phase voller Reflexion, tiefer Beziehungen und Gelassenheit sein. Aber um dorthin zu gelangen, braucht es Unterst\u00fctzung, Pr\u00e4senz und Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>Die h\u00e4uslichen Betreuungsdienste gibt es genau aus diesem Grund: die Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, ohne sie zur\u00fcckzulassen, ohne sie zu vergessen. <strong>Denn niemand sollte allein altern m\u00fcssen.<\/strong><\/p>\n<\/section>\n<p style=\"font-size: 10px;\">Quellen<\/p>\n<ul style=\"font-size: 10px; line-height: 1;\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.prosenectute.ch\/it\/info\/quotidianita-tempo-libero\/solitudine.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Nationale \u00dcberwachung des Alterns: Einsamkeit im Alter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.prosenectute.ch\/it\/media\/comunicati-stampa\/solitudine.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Pressemitteilung: Jeder dritte Senior leidet unter Einsamkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.rsi.ch\/info\/svizzera\/Tanta-solitudine-tra-gli-anziani-pi%C3%B9-colpiti-gli-over-85--2264032.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">So viel Einsamkeit bei Senioren, am st\u00e4rksten betroffen sind die \u00fcber 85-J\u00e4hrigen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ihre Mutter sagt, es gehe ihr gut. Am Telefon klingt sie klar, sie antwortet auf Fragen, scheint pr\u00e4sent zu sein. Aber etwas stimmt nicht. Der Tonfall ist flach, die Pausen sind lang, und wenn Sie fragen, was sie heute gemacht hat, antwortet sie immer mit &#171;nichts Besonderes&#187;. Das ist die Einsamkeit, die spricht, jene die nicht laut ist, aber einen innerlich verzehrt. Einsamkeit bei Senioren ist nicht nur eine Frage des physischen Alleinseins. Man kann in einem Haus voller Menschen leben und sich dennoch isoliert f\u00fchlen. Man kann Kinder haben, die jeden Tag anrufen, und trotzdem eine Leere sp\u00fcren. Einsamkeit ist die Distanz zwischen den Beziehungen, die man sich w\u00fcnschst, und jenen, die man tats\u00e4chlich hat. Es ist das Gef\u00fchl, in der eigenen Welt unsichtbar zu sein. In der Schweiz erleben rund 26,6% der Personen \u00fcber 55 Jahre Einsamkeit. Diese Zahl steigt mit zunehmendem Alter dramatisch an: 37% der \u00fcber 85-J\u00e4hrigen leiden unter Einsamkeit, es sind etwa 90.000 Personen. Die Gr\u00fcnde h\u00e4ufen sich: der Partner stirbt, Freunde werden krank oder versterben, die Kinder wohnen berufsbedingt weit weg, der K\u00f6rper wird unbeweglicher, der Weg vor die T\u00fcr f\u00e4llt schwerer. Jedes wegfallende St\u00fcck hinterl\u00e4sst eine noch gr\u00f6ssere L\u00fccke. Die gesundheitlichen Folgen und wie man sie erkennt Es ist nicht nur eine emotionale Angelegenheit. Einsamkeit hat konkrete Auswirkungen auf die Gesundheit. \u00c4ltere Menschen, die isoliert leben, haben eine k\u00fcrzere Lebenserwartung. Ihr Immunsystem schw\u00e4cht sich ab, das Herz leidet, das Gehirn arbeitet langsamer. Einsamkeit erh\u00f6ht das Risiko von Schlaganf\u00e4llen, Demenz, Bluthochdruck und schwerer Depression. Depression im Alter bleibt oft unbemerkt. Sie wird mit der &#171;normalen&#187; Traurigkeit im Alter, mit k\u00f6rperlichen Schmerzen oder mit M\u00fcdigkeit verwechselt. Aber es ist nicht normal, das Interesse an allem zu verlieren, zu viel oder zu wenig zu schlafen, die K\u00f6rperpflege zu vernachl\u00e4ssigen oder nicht mehr ausgehen zu wollen. Dies sind ernst zu nehmende Warnsignale. Ein depressiver Senior weint nicht immer oder bittet selten um Hilfe. H\u00e4ufiger zieht er sich zur\u00fcck, wird still, h\u00f6rt auf sich zu beklagen. Und dieses Schweigen kann der lauteste Schrei sein. Der Spitex-Dienst in der Schweiz bietet haupts\u00e4chlich medizinische und pflegerische Betreuung zu Hause an, aber einige Anbieter haben ihr Angebot erweitert, um auch psychologische Unterst\u00fctzung und spezialisierte Hilfe einzuschliessen. F\u00fcr Senioren, die unter psychischem Unbehagen, \u00c4ngsten oder einsamkeitsbeningten Depressionen leiden, gibt es heute psychologische Unterst\u00fctzung zu Hause, die das seelische Wohlbefinden f\u00f6rdern und das Stigma psychischer Probleme reduziert. Diese Massnahmen erm\u00f6glichen es, gezielte Pflege im eigenen Zuhause zu erhalten, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden, und die Person in ihrer famili\u00e4ren Umgebung zu halten. Die betreuende Fachperson, die zu Ihnen nach Hause kommt, ist nicht nur jemand, der den Blutdruck misst oder Medikamente vorbereitet. Sie kann zu einer Bezugsperson werden, jemand, der Sie sieht, der bemerkt, ob Sie trauriger sind als sonst, ob Sie gegessen haben, ob die Wohnung unordentlicher wird. Sie ist jemand, der die Stille der immer gleichen Tage durchbricht. Die soziale Begleitung beginnt mit einfachen Gesten: gemeinsam auf den Markt gehen, einen Spaziergang machen, einen Kaffee trinken, zu Arztterminen begleiten. Dinge, die banal erscheinen, kann aber f\u00fcr jemanden, der alleine lebt, zu wertvollen Momenten werden. Das Haus mit jemandem an der Seite zu verlassen, ver\u00e4ndert alles. Man f\u00fchlt sich sicherer, weniger zerbrechlich, weniger unsichtbar. Die Betreuer sind geschult, um die Anzeichen von Einsamkeit und Isolation zu erkennen. Sie wissen, wann ein Senior mehr Gesellschaft braucht, wann die Familie einbezogen werden muss oder wann eine spezialisierte psychologische Intervention erforderlich ist. Sie beschr\u00e4nken sich nicht nur auf technische Aufgaben. Sie bauen Beziehungen auf, bieten emotionale Unterst\u00fctzung und vermitteln Strategien zur Bew\u00e4ltigung schwieriger Momente. Regelm\u00e4ssige Gesellschaft hat messbare Auswirkungen: weniger depressive Symptome, besserer Schlaf, gesteigerter Appetit, bessere kognitive F\u00e4higkeiten. Das Gehirn braucht soziale Impulse, um aktiv zu bleiben. Sprechen, erz\u00e4hlen, zuh\u00f6ren, lachen, sogar diskutieren, sind alles Aktivit\u00e4ten, die das Gehirn in Bewegung halten. Organisationen wie Pro Senectute bieten in der Schweiz spezifische Dienstleistungen gegen Einsamkeit an: Gruppenaktivit\u00e4ten, Hausbesuche durch Freiwillige, Kurse und Veranstaltungen. Diese Aktivit\u00e4ten erm\u00f6glichen es, andere Menschen kennenzulernen, neue Freundschaften zu schliessen und sich als Teil einer Gemeinschaft zu f\u00fchlen. Und Gemeinschaft ist das beste Gegenmittel gegen Einsamkeit. Familien f\u00fchlen sich oft schuldig. Sie m\u00f6chten Ihren Vater jeden Tag sehen, aber da sind die Arbeit, die Kinder, der Haushalt. Man schaffst es nicht. Und jedes Mal, wenn Sie ihn anrufen, sp\u00fcren Sie dieses Gewicht auf deiner Brust, weil Sie wissen, dass er auf Ihren Besuch wartet. Die Begleitdienste entlasten auch dies. Sie wissen, dass Ihr Vater nicht ganz allein ist, dass regelm\u00e4ssig jemand vorbeischaut und dass ein professionelles Unterst\u00fctzungsnetz \u00fcber sein k\u00f6rperliches und geistiges Wohlbefinden wacht. Was Sie tun k\u00f6nnen, um einem Familienmitglied zu helfen Nicht jede Einsamkeit ist gleich. Es gibt die introvertierten Menschen, die Freude an langen Momenten der Stille finden. Aber es gibt auch diejenigen, die gerne ausgehen, reden, Leute sehen w\u00fcrden, es aber nicht k\u00f6nnen. Es ist diese erzwungene Einsamkeit, die schmerzt, jene die man nicht w\u00e4hlt, sondern unter der man aufgrund der Umst\u00e4nde leidet. Die soziale Begleitung dient genau dazu: den Menschen M\u00f6glichkeiten zu geben, die sie sich alleine nicht mehr schaffen k\u00f6nnen. Die Betreuer lernen die Lebensgeschichten der Menschen kennen, die sie unterst\u00fctzen. Sie wissen, dass Luigi 40 Jahre lang in einer Bank gearbeitet hat und leidenschaftlich gerne \u00fcber Wirtschaft spricht. Sie wissen, dass Maria Rosen gez\u00fcchtet hat und immer noch gerne Gartenfotos anschaut. Diese Details zu kennen, erm\u00f6glicht es, bedeutungsvolle Gespr\u00e4che zu f\u00fchren, nicht nur oberfl\u00e4chliche Unterhaltungen. Und bedeutungsvolle Gespr\u00e4che n\u00e4hren die Seele. Einsamkeit im Alter ist ein \u00f6ffentliches Gesundheitsproblem, dem die Schweiz mit zunehmender Aufmerksamkeit begegnet. Die Kantone investieren in Pr\u00e4ventionsprogramme, f\u00f6rdern Begegnungszentren und finanzieren h\u00e4usliche Pflegedienste. Doch die wirkliche Ver\u00e4nderung geschieht in den H\u00e4usern, auf den Strassen und in den kleinen allt\u00e4glichen Gesten. Wenn Ihr Vater, Ihre Mutter oder ein Verwandter alleine lebt und Sie vermuten, dass die Einsamkeit ihre geistige Gesundheit belastet, sprechen Sie mit dem Hausarzt. Informieren Sie sich \u00fcber verf\u00fcgbare Dienste: Spitex-Dienst, psychologische Unterst\u00fctzung zu Hause, h\u00e4usliche Betreuung, Pro Senectute, Freiwilligenorganisationen. Erw\u00e4gen Sie die M\u00f6glichkeit einer regelm\u00e4ssigen sozialen Begleitung. Warten Sie nicht, bis die Situation kritisch wird. 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