Dekubitus: Worum es sich handelt und wie sich Dekubituswunden vermeiden oder heilen lassen

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An Dekubitus leiden die Personen, die aus verschiedenen Gründe über längere Zeit in der gleichen Position bleiben – sitzend oder liegend.

Die Position so oft wie möglich zu ändern und die Haut aufmerksam auf eventuelle Verletzungen zu untersuchen ist sehr wichtig, um die betroffene Stelle korrekt zu behandeln.

Stefania Invernizzi, Krankenschwester bei BeeCare, erklärt, wie man sich bei Dekubituswunden verhalten sollte.

Worum handelt es sich und warum kommt es zu Dekubituswunden?

„Dekubituswunden werden durch konstant von außen auf die Haut oder die Muskulatur ausgeübten Druck oder Reibung verursacht. Am empfindlichsten sind die Stellen, die beim Liegen oder Sitzen größerem Druck ausgesetzt sind“, so Stefania Invernizzi.

Wer ist gefährdet?

„Mehrere Faktoren begünstigen diese Art von Verletzungen. Dies können Faktoren mechanischer Natur (Druck), lokaler biologischer Natur (je nach Hauteigenschaften) oder allgemeiner biologischer Art wie beispielsweise Mangelernährung oder Schwäche des Immunsystems sein.

Als Krankenpflegepersonal weisen wir immer wieder darauf hin, wie wichtig es ist, viel zu trinken. Eine gut hydratisierte Haut ist weniger anfällig für Dekubituswunden. Dekubitusgefährdet sind vor allem bettlägerige Patienten oder solche mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit, Personen mit neurologischen und psychischen Erkrankungen sowie diejenigen, die nach einer Operation bettlägerig sind oder die pharmakologischen Behandlungen wie Chemiotherapie unterzogen werden.

Die Stadien zur Einstufung des Schweregrads

Es gibt verschiedene Kategorien für Dekubituswunden bzw. Dekubitusgeschwüre, erläutert Stefania Invernizzi, und führt die Klassifizierung nach EPUAP – European Pressure Ulcer Advisory Panel – in vier Stadien auf:

  1. „Bei Fingerdruck („Fingertest“) ergibt sich eine nicht abblassende, umschriebene Hautrötung. Die Haut ist jedoch noch intakt.“
  2. „Teilzerstörung der Haut bis in die Dermis/Lederhaut, die ersten beiden Hautschichten.“
  3. „Verlust aller Hautschichten einschließlich Schädigung oder Nekrose des subkutanen Gewebes.“
  4. „Verlust aller Hautschichten mit ausgedehnter Zerstörung, Gewebsnekrose oder Schädigung von Muskeln, Knochen oder stützenden Strukturen wie Sehnen.“

Die am häufigsten betroffenen Körperstellen

„Allgemein gilt, dass die Körperstellen am häufigsten von Dekubitus betroffen sind, auf denen sich der Körper „abstützt“. Bei bettlägerigen Patienten sind dies vor allem Steißbein/Kreuzbein, Fersen, Ellenbogen und Hinterkopf, wenn die Person auf dem Rücken liegt. In der Seitenlage dagegen entwickeln sich Dekubitusgeschwüre vor allem an Knöcheln, Füßen, Rollhügeln (Hüfte), Schultern und Ohren. In sitzender Position betreffen die Druckstellen wiederum die Schulterblätter, das Steißbein/Kreuzbein und die Füße.“

Wie sich Dekubituswunden vermeiden oder heilen lassen

Stefania Invernizzi, Krankenschwester bei BeeCare erklärt weiter: „Die Haut muss genau beobachtet werden, um Rötungen an den Druckstellen festzustellen. Das allerwichtigste ist: Beobachten und ausfindig machen, woher der Druck kommt.“

Wie kann man übermäßigen Druck auf die Haut verhindern?
Um Dekubitusproblemen vorzubeugen, muss man die Lage der Person so oft wie möglich wechseln: bei bettlägerigen Patienten ungefähr alle zwei Stunden. Außerdem kann man spezielle Vorrichtungen für den Schutz vor Dekubitusgeschwüren verwenden, die einen Wechsel der Position weniger häufig notwendig machen. Es gibt Kissen zum Positionieren, Reiskissen (die aus einem reisähnlichen Material gefertigt sind und sich modellieren lassen) und Dekubituskissen, von denen es viele Varianten gibt. Für bettlägerige Personen gibt es auch Dekubitusmatratzen.“

Neben der Positionierung der Person ist jedoch auch die Hautpflege von großer Bedeutung.
Für die Hautreinigung müssen milde Produkte mit dem korrekten pH-Wert und Feuchtigkeitscremes verwendet werden. Nicht empfehlenswert sind desinfizierende Reinigungsmittel, da sie die Haut austrocknen, und Fettcremes, da sie die normale Atmung der Hautatmung „erstickt“. Auch Temperaturschwankungen sollten nach Möglichkeit vermieden werden.“

Wie sind bereits aufgetretene Wunden zu behandeln?
„Die Wunden werden je nach Stadium behandelt. Das Wichtigste ist in jedem Fall, den Druck von den betroffenen Stellen zu nehmen. Das ist für die Heilung der Wunden unerlässlich“, fügt Stefania Invernizzi von BeeCare hinzu.

Die Wunden des ersten Stadiums werden nicht behandelt – in diesem Fall wird der Druck von den betroffenen Stellen genommen und die Haut mit Feuchtigkeitscremes gepflegt. Größere Wunden und Geschwüre werden von Fall zu Fall bewertet. Auf jeden Fall muss ein geeignetes Reinigungsmittel wie beispielsweise eine physiologische Lösung und ein Antiseptikum verwendet werden.

Das Antiseptikum wirkt gegen eine eventuelle Infektion, die physiologische Lösung desinfiziert. Die Wirkstoffe werden jeweils entsprechend des Zustands der Wunde oder des Geschwürs gewählt. Bei einer Nekrose muss das abgestorbene Gewebe entfernt und die Wunde dann behandelt werden. Wie, das entscheidet das Krankenpflegepersonal von Fall zu Fall“, so im Abschluss Stefania Invernizzi, auf Wundbehandlung spezialisierte Krankenschwester bei BeeCare.

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