Die persönliche Hygiene bei älteren Menschen

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Die persönliche Hygiene ist bei älteren Menschen ein Aspekt, der bei der Erwägung zu beachten ist, einen Angehörigen auch hierbei zu betreuen. Ein Rückgang der geistigen Fähigkeiten und Bewegungseinschränkungen sind einige der Faktoren, weswegen einige älteren Menschen dazu tendieren, sich zu vernachlässigen und sich nicht mehr zu waschen oder nicht mehr auf die tägliche Hygiene zu achten.

Der Umgang mit einem so heiklen Thema wie diesem ist nicht einfach: Leonardo Grande, Pflegehelfer bei BeeCare, erläutert, wie man das Thema der persönlichen Hygiene gegenüber den Betroffenen korrekt ansprechen sollte.

Wie wichtig ist die persönliche Hygiene bei älteren Menschen?

Persönliche Hygiene hat bei älteren Menschen wie auch bei allen anderen oberste Priorität. Eine mangelhafte Hygiene ist ein Zeichen dafür, dass sich die Person vernachlässigt.

Älteren Menschen, die auf ihren Körper und ihre Hygiene achten, geht es mit großer Wahrscheinlichkeit gut. Wenn jemand an einem gewissen Punkt das Interesse daran verliert, sich zu waschen, kann dies darauf hinweisen, dass etwas nicht stimmt“, so der Pflegehelfer von BeeCare.

Gegenüber einer älteren Person das Thema der persönlichen Hygiene anzusprechen und damit umzugehen, ist immer eine sehr heikle Aufgabe: Immerhin stehen sie einer fremden Person gegenüber, und viele wollen sich nicht von jemand anderem waschen lassen.

Wie verhält man sich richtig?

Das richtige Verhalten

Im Umgang mit dem Thema Hygiene gegenüber älteren Personen muss man empfindsam und empathisch sein. Wir versuchen, uns bestmöglich auf sie einzustellen, wir unterhalten uns, lernen uns kennen und scherzen auch. Erst dann gehen wir zum Thema Hygiene über.

Das Ziel für uns von BeeCare ist es, dass sich der Patient hygienisch wohl fühlt. Allerdings muss er zuvor Vertrauen zu uns aufbauen, anderenfalls wird er sich nicht waschen lassen“, so Leonardo Grande weiter.

Einige Details wie beispielsweise, seine kleinen alltäglichen Rituale zu verstehen, sind sehr wichtig. Das Pflegepersonal muss sich der betreuten Person mit Gespür und Verständnis nähern, um zu verstehen, ob sie bereit ist, sich waschen zu lassen.

Man kann nicht einfach zum Patienten gehen und sagen: Auf geht‘s, waschen wir uns. Einige ältere Menschen, die schon einmal in einem Krankenhaus eingewiesen waren, haben es gelernt, sich von anderen waschen zu lassen. Für andere dagegen ist es die erste Erfahrung, und es ist nicht einfach, sich für die persönliche Hygiene von einem Tag auf den anderen in die Hände fremder Menschen zu begeben.“

Besonderheiten bei der Hygiene: Zahnprothese

Die Zahnprothese muss immer sorgfältig gereinigt werden, unabhängig davon, ob sie festsitzend oder mobil ist. Als allererstes muss also festgestellt werden, welche Prothese die betreute Person verwendet.

In jedem Fall muss die Prothese nach jeder Mahlzeit gereinigt werden. Vor dem erneuten Einsetzen der Prothese muss der Mund mit Malve gespült werden“, erklärt Leonardo Grande, und fährt fort: „Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass zwischen der Prothese und dem Zahnfleisch keine Speisereste verbleiben, da sich hierdurch Infektionen entwickeln können.“

Bettlägerige Personen

Bei der persönlichen Hygiene eines bettlägerigen Patienten muss zwischen tetraplegischen, paraplegischen und Personen unterschieden werden, die in der Lage sind, sich zu bewegen. Wenn der Patient in der Lage ist, sich umzudrehen, kann er beim Waschen mitwirken. Für diejenigen, die sich jedoch nicht bewegen können, gibt es Hebevorrichtungen, die am Bett angebracht werden können, um den Patienten zu waschen, ohne ihn anders legen zu müssen. In diesen Fällen ist die persönliche Hygiene auch wichtig, da sie die Blutzirkulation anregt.“

Der Pflegehelfer von BeeCare fährt fort: „Insbesondere bei denjenigen, die nicht aufstehen können, muss man sehr einfühlsam sein, denn normalerweise lassen sich Personen, die sich nicht bewegen können, nicht gern berühren.

Außerdem müssen die Patienten immer auf eventuelle Schmutzansammlungen in den Falten von Beinen und Armen kontrolliert werden, die sorgfältig zu entfernen sind, weil auch solchen Verschmutzungen die Gefahr von Infektionen ausgeht.“

Windelwechsel

Wie häufig die Windeln gewechselt werden müssen, wird je nach Patient bestimmt. Bei bettlägerigen Patienten ist ein häufiger Windelwechsel notwendig, um zu nasse Windeln und Rötungen und die Mazeration der Haut zu verhindern. Normalerweise werden die Windeln dreimal am Tag gewechselt: morgens, mittags und abends.“

Auch in diesem Fall sind Taktgefühl und Einfühlungsvermögen erforderlich, erklärt Leonardo Grande: „Viele Patienten empfinden den Windelwechsel fast wie einen Gewaltakt, man muss daher zuerst unbedingt ein Vertrauensverhältnis zu ihnen aufbauen, mit ihnen reden und sie beruhigen.

Ältere Menschen möchten vor allem Sicherheit. Sie wollen, dass ihnen ihre Ängste genommen werden.

Reinigung von Bettpfanne oder Urinal

Die Reinigung von Bettpfanne oder Urinal kann von Hand erfolgen, indem sie zuerst gespült werden, um die gröberen Verunreinigung zu entfernen. Anschließend müssen sie eine Stunde lang in Ammoniak eingeweicht werden.

Insbesondere in Krankenhäusern und Pflegeheimen steht eine spezielle Reinigungsvorrichtung zur Verfügung, die Bettpfannen und Urinale in zwanzig Minuten bei einer Temperatur von mehr als einhundert Grad sterilisiert. Und: Da die Verwendung einer Bettpfanne kleine Verletzungen für bettlägerige Personen mit sich bringen kann, können auch Stofftücher verwendet werden, um den Vorgang bequemer zu gestalten.“

 

Hygiene des Katheters

Das Pflegepersonal kümmert sich um die Hygiene des Katheters an der Außenseite und reinigt den Bereich um den Ansatz mit einem Tupfer. Wenn der Katheter intern verschmutzt ist, wird er von der Krankenschwester oder einem Krankenpfleger gereinigt.

Wichtig ist, dass der saubere Katheter gerade gehalten wird. Ein gebogener Katheter birgt Infektionsgefahr, da der Urin in der Blase zurückbleibt“, schließt Leonardo Grande ab.

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